Montag, 6. Juli 2009

Alltagsthema AIDS

Auszug aus einem Gespräch:
„Weißt du Lina, ich habe wirklich Angst mich erneut auf HIV testen zu lassen. Das letzte Mal als ich mich testen gelassen habe, war ich negativ. Aber woher weiß ich, dass mein Freund nicht mit einer anderen schläft während ich bei der Arbeit oder sonst wo bin? Er will nicht mit einem Kondom verhüten und ICH kann ihn nicht dazu zwingen“.


In Krankenhaeusern und jeder oeffentlichen Einrichtung wird durch Plakate auf die Themen HIV/Aids und Tuberkulose immer wieder darauf hingewiesen, um die Oeffentlichkeit zu erreichen.

In Südafrika sind etwa 5,7 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Das ist ungefähr ein sechstel der weltweit infizierten Menschen. 18,1% der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter trägt den Virus in sich. Weltweit sind es 0,8% und in Deutschland unter 0,1%. 1000 Menschen sterben täglich an den Folgen von AIDS. 1,4 Millionen Kinder haben durch die Krankheit beide Eltern verloren.
Ein drittel aller Schwangeren ist infiziert, davon überträgt jeden dritte die Krankheit auf ihr Kind. Mit geeigneten Medikamenten und Vorsichtsmaßnahmen sinkt dieser Wert auf 2%. Eine Folge von AIDS und der hohen Kriminalität ist eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur 48. Jahren.
Aids gehört wohl zu den Themen bei denen die Menschen Angst bekommen, dabei wissen die meisten Menschen viel zu wenig darüber. So wie ich, bevor ich hier her gekommen bin. Das Einzige was man weiß ist, dass es ein tödlicher Virus ist und er übers Blut oder über Geschlechtsverkehr übertragbar ist und nicht geheilt werden kann. Viele Menschen denken, dass wenn eine Mutter HIV positiv ist, das Kind auch an HIV erkrankt ist. Das trifft sicherlich häufig zu, doch durch die Mittel heutzutage ist es vermeidbar.
HI ist der Name des Virus (HI-Virus), den ein Mensch bei einer Infektion im Körper trägt. Aids heißt es erst, wenn die Krankheit ausgebrochen ist. Dies kann Jahre dauern, bis dahin, dass sie womöglich nie ausbricht. So kann ein Mensch also ein Leben lang mit dem HI-Virus leben, ohne dass er an AIDS erkrankt ist. Dank der heutigen Medikamente sind die Lebenserwartungen eines AIDS Kranken mittlerweile um ca. 10-15 Jahre gestiegen.
Es gibt drei verschiedene Medikamentkombinationen, jeweils aus drei verschiedenen Medikamenten. Hier in Baphumelele geben wir die Kombination aus Kaletra, Stavudine und Lamivudine. Bei jedem staatlich anerkannten Krankenhaus kann man die Medikamente kostenlose bekommen, allerdings nur, wenn man auch nachgewiesen positiv getestet wurde, da sie sonst oft als Drogen missbraucht werden. Die Medikamente muss man erst bei einem CD4 (Proteine an der Oberfläche von bestimmten T-Helferzellen des Immunsystems) Status von 200 nehmen (normale CD4-Zellzahlen reichen bis 1500 Zellen pro mm³ Blut).
Täglich gibt es ca. 150 Vergewaltigungen. Es wird also alle 10 Minuten ein Mensch vergewaltigt. Über ein Viertel der Frauen geben an schon einmal zum Geschlechtsverkehr gedrängt worden zu sein. Die Angst dadurch HIV zu bekommen ist groß, viele wissen noch nicht einmal, dass ihnen in den zahlreichen Beratungsstellen geholfen werden kann. Es gibt eine starke Kombination aus ARV’s, die nach einer Vergewaltigung gegeben werden, damit man kein HIV bekommt. Diese Medikamente müssen allerdings innerhalb der nächsten 72 Stunden eingenommen werden.
Die Regierung fängt langsam an etwas dagegen zu unternehmen, doch es liegen mittlerweile einfach zu viele Jahre von Leugnung hinter uns. Oftmals ignorierten Politiker das Problem einfach oder tun es als Kleinigkeit ab. Der einflussreichste Leugner im letzten Jahr war Ex – Präsident Thabo Mbeki. Für ihn war AIDS eine Folge der Mangelernährung und Armut. In einem Interview sagte er einmal „Ich kenne niemanden der an den Folgen von Aids gestorben ist“. Er und seine Gesundheitsministerin (auch eine AIDS Leugnerin) wurden im September 2009 aus ihrem Amt entlassen.

Hier in Baphumelele ist Aids ein alltägliches Thema. Teilweise kommen die Kinder zu uns, die durch die Krankheit ihre Eltern verloren haben, teilweise lässt die Mutter ihr Kind zurück, wenn sie erfährt, dass ihr Kind HIV positiv ist, wenn das Kind HIV positiv ist, müssen natürlich persönliche Schutzmaßnahmen eingehalten werden und und und. Fakt ist, dass die Bevölkerung immer noch zu wenig über die Krankheit aufgeklärt wird. Zu Baphumelele gehört ein sogenanntes „Health informations centre“, ein Zentrum in dem sich die Menschen informieren können und selbst als Ausbilder tätig werden können, so besteht zumindest eine kleine Chance, dass das Problem wahrgenommen wird. Erschreckend war auch die Geschichte von einem Freund der erzählt hat, dass manche Frauen sich jeden Morgen ein Frauenkondom einführen, weil sie so große Angst vor einer Vergewaltigung und der damit verbundenen möglichen HIV Infektion haben.
Ich weiss nicht ob das HIV Problem jemals geloest wird, doch hier habe ich nocheinmal mehr gelernt, dass man ein ganz normales Leben fuehren kann, selbst wenn man positiv getestet wurde. Wir behandeln die Kinder, die positiv sind nicht anders, ausser dass im Falle einer Krankheit auf sie besonders geachtet wird. Das Thema HIV/Aids ist viel zu gross um darueber ausfuehrlich auf einem Blog zu berichten, d.h. es gibt noch vieles, was worueber ich nicht geschrieben ist, doch dadurch dass es in meinem Leben hier in Khayelitsha alltaeglich ist, hab ich versucht die wichtigsten Dinge zusammen zu schreiben.


Sonntag, 21. Juni 2009

Ein Beispiel südafrikanischer Freundlichkeit

Müde stapfe ich von meiner Flat in die allgemeine, um mir dort ein schönes Sonntagsfrühstück zu gönnen. Auf dem Weg begegne ich ungefähr 10 Kindern, die alle auf mich zurennen und mich umarmen. Kurz bevor ich nach oben gehen möchte begegne ich einer Sisi aus dem Babyhaus – es ist nicht genügend Milchpulver da. Nun gut, Volunteers sind ja für so etwas da und so mache ich mich auf den weg nach Mitchells Plain (das Coloureds Township wo wir immer unser Essen einkaufen), um Nachschub für unsere Kleinen zu holen.
Auf dem Rückweg verhakt sich der Scheibenwischer plötzlich ineinander und der Regen macht es mir unmöglich viel zu sehen. Also versuche ich links ran zu fahren um alles wieder in Reihe und Ordnung zu bekommen. Dummerweise schramme ich dabei den Bordstein und pffff schon ist die Luft draußen – aus zwei Reifen. Na ja die Reifen sind eben etwas älter. Da möchte man meinen, es ist ziemlich gefährlich mitten im Township an der Seite mit Warnblick zu stehen und zu warten, dass Johanna und Freddie einen weiteren Ersatzreifen bringen. Falsch, wieder einmal stellt sich unter Beweis, dass das Leben in Township gar nicht so gefährlich ist, wie alle immer behaupten. Als sie da sind und wir gerade mit dem Reifenwechsel anfangen wollen, stoppt ein schwarzer BMW und drei Männer steigen aus. Mindestens jetzt könnte man sich vorstellen, dass die meisten Angst bekommen würden und doch lieber die Polizei dabei haben. Doch genau wie wir es gewohnt sind, wird man erst mal freundlich begrüßt „Molo Sisi, How are you?“ und schon sehen sie, dass wir nicht mehr weit kommen mit zwei platten Reifen. Zusammen wird gelacht und schon machen sich zwei unserer neuen Freunde an die Arbeit den Reifen zu wechseln. Unsere Hilfe wollen sie erst gar nicht, immerhin sind wir ja in ihrer „community“. Sie meinen, falls sie eines Tages in einer weißen „community“ stecken bleiben sollten, dann dürften wir ihnen helfen. Einer von ihnen bietet uns ein Bier an und zusammen steht man im Regen, drinkt Bier und redet ueber die guten deutschen Autos. Sie sind auch ganz schön beeindruckt von den paar Worten die wir in Xhosa sprechen können und freuen sich daran wie gut Johanna die Klicklaute kann. Wie selbstverständlich wechselt einer von ihnen die Reifen und meint zu dem einen Reifen nur „den könnt ihr nicht mehr gebrauchen, der ist hinüber“ und grinst freundlich. Gleichzeitig geben sie uns Tipps wo wir am Besten 2nd Hand Reifen bekommen. Am Ende werden die letzten Schlücke von dem guten Heineken getrunken, Nummern ausgetauscht und weiter gehts. Sie gehen erst mal auf eine der bekanntesten Braaipartys (Grillpartys) in Guguletu – Mzolis, darüber hat selbst Jamie Olivier schon geschrieben. Sie laden uns ein mitzukommen, doch wir müssen leider zurück, die Kinder haben Hunger und auch sonst wartet noch die in oder andere kleine Aufgabe. Falls wir mal Zeit und Lust haben sollen wir uns melden, für etwas Bier trinken und gemeinsam zusammen sitzen hat man immer Zeit. Das ist eben Südafrika, Gastfreundlichkeit findet man an allen Ecken.

Montag, 8. Juni 2009

Ein Tag wie jeder

Neulich, es war Mittwoch Mittag, merkte ich ploetzlich, dass es mal wieder viel zu spaet war um in 10 min beim Krankenhaus zu sein, damit ich – nach deutscher Zeit – puenktlich zum Termin erscheine. Wenn man vernuenftig faehrt braucht man fuer die Strecke 20-30min. Fuer afrikanische Zeit war ich also noch gut dabei. Anders als sonst fand der Termin nicht 4 Stunden spaeter statt, sondern puenktlich, was an der einfachen Begebenheit lag, dass es nur Physiotherapie fuer das Baby war und nicht eine Untersuchung. Nun gut, mit einer afrikanischen Verspaetung kam ich an und war auch gleich an der Reihe – Glueck fuer mich! Das Ganze dauert auch nicht lange und meine Mahle hat diesmal sogar Spass daran. Normalerweise findet sie das alles nicht so lustig und setzt in diesen Faellen ihren mittlerweile beruehmten „Mahle-Karate-Blick“ auf – daher ihr Spitzname „Karate-Mahle“. In diesen Faellen haelt man lieber Abstand, denn man kann sich nur zu gut vorstellen, wie sie als 10 Monate altes Baby ploetzlich nur noch schreit und alles um sich herum kurz und klein haut. An diesem Tag ist jetdoch alles gut. Zurueck im Auto bekommt Mahle erst Mal etwas Milch und Brei. Doch dann muss ich schnell nach hause, weil das Auto gebraucht wird. Also Mahle in den Babysitz, sie angeschnallt, mich angeschnallt, Schluessel rein und.... das liegt bestimmt wieder an diesen alten Autos...doch nein, bald stelle ich fest, es liegt an mir. Ich hatte mal wieder vergessen das Licht auszumachen. Also wieder abgeschnallt, angerufen und warten... Auf dem Ruecksitz bekommt Mahle einen Hustenanfall – ja ja das liegt bestimmt wieder an ihrem Asthma – auch diesmal falsch. Denn als sie eine Weile bei mir vorne auf dem Schoss sitzt, kommt ploetzlich die halbe Milch wieder raus. Also mit dem Handtuch aufgewischt, neue Babykleider gesucht, Mahle umgezogen und wieder bequem ins Auto gesetzt. Doch weil das Ganze so schoen war, kommt nun noch die zweite Haelfte der Milch mir entgegen. Diesmal bin ich allerdings vorgewarnt und kann das Handtuch zum Schutz davor halten. Doch Mahle landet mit ihrem Gesicht erst Mal voll drinnen, also mache ich diesmal ihr Gesicht sauber. Mutter sein kann schon anstrengend sein! Gluecklichweise kommt nun auf Hilfe und wir bringen das Auto wieder zum Laufen und ich kann wieder zurueck nach Baph fahren, ohne weitere Zwischenfalle an diesem Tag. Mahle geht es wieder gut, den restlichen Tag ist sie froehlich und lacht. Normalerweise verstehen wir uns wirklich super, sie ist mein kleiner Sonnenschein, doch Mutter sein - das hat noch Zeit.

Samstag, 16. Mai 2009

Sauberkeit im Badezimmer

Das Babyhaus des Baphumelele Children's Home in Khayelitsha beherbergt derzeit ca. 50 Kleinkinder im Alter von 5 Wochen bis zu 3 Jahren. Das Haus ist in 4 Schlafraeume, je nach Altersstufen, aufgeteilt, hat einen grossen Aufenthaltsraum an den die Kueche anschliesst und ein Badezimmer.Das ca. 10 quadratmeter grosse Badezimmer besteht aus einer Duschecke, einem Bad, einer Toilette, zwei Waschbecken und Schraenken fuer die Kleidung der Babys- alles in Erwachsenengroessen, was nicht sehr praktisch ist fuer die kleinen Babys und das Waschen von so vielen Kindern Tag fuer Tag erschwert. Die Decke faengt an zu schimmeln, da es keinen Abzug und nur ein Fenster gibt, der Geruch, nach dem Windelwechseln von 30 Kindern, bleibt im Raum stehen und zur so genannten „washingtime" finden sich 20 Kinder in einer Badewanne und 10 in der Duschecke uebereinander in einem absoluten Chaos, indem die Betreuerinnen mit lauter Stimme versuchen Ordnung zu schaffen. Die Windeln der Kinder werden auf dem Badezimmerboden gewechselt und der allgemeine hygienische Zustand fuehrt zu immer wiederkehrenden Krankheiten wie Durchfall.Eine Rundumrenovierung soll nun das Badezimmer mit 4 Kinderduschen, 3 Kindertoiletten, einem Wickeltisch mit Waschbecken, einem Abzug und einer schmalen Fensterreihe ueber den Duschen austatten, um somit sowohl den hygienischen Anforderungen eines Badezimmers fuer so viele Kinder gerecht zu werden, als auch den Betreuern die Arbeit zu erleichtern.Da wir diese Renovierung so gruendlich wie moeglich machen wollen und ein Badezimmer schaffen moechten, welches nicht so schnell wieder erneuert werden muss, benoetigen wir die Hilfe professioneller Rohre- und Fliessenverleger. Die Vorbereitungen sind bereits getroffen, ein erster Kostenvoranschlag liegt vor und unser geplanter Renovierungsbeginn ist der 1.Juni.
Alles in allem wird das Projekt knapp 3000.00 Euro kosten, wovon bereits 800.00 Euro durch die Spendenaktion „be the change that you want to see in the world" (siehe Anils Blog) zusammengekommen sind.Wir wissen, dass die Summe nach unheimlich viel Geld klingt, doch wir sind der festen Ueberzeugung, dass wir mit dieser Erneuerung des Babyhausbadezimmers einen noetigen, permanenten Wandel in den hygienischen Bedingungen unserer Kleinkinder bringen werden.Wir erwarten keine Wunder oder hohe Spenden, aber wir bitten um eine kleine Unterstuetzung, wenn ihr verstehen koennt, was wir mit diesem Projekt erreichen moechten.Wie oft hoert man, dass man die Welt nicht alleine veraendern kann, aber wenn nur jeder, der sich durch diese Aktion angesprochen fuehlt, einen kleinen Betrag beisteuern koennte, veraendert sich die Welt fuer unsere Babys...

Falls Ihr das Intresse habt unser neuestes Renovierungsprojekt zu unterstuetzen, dann kontaktiert mich unter lina.niebling@web.de

Vielen Dank!

Mittwoch, 8. April 2009

Sommerpause die Zweite - Namibia

Im Rueckspiegel sehe ich wie der Tafelberg immer kleiner wird, bis er ganz verschwindet. Wir fahren vorbei an wunderschoenen Landschaften, so weit das Auge reicht. Vor uns liegen 17 Tage Namibia Urlaub, abschalten und geniessen auf ganzer Linie. Die erste Nacht verbringen wir in einem Backpacker in den Cedernberge, wunderschoen gelegen und umgeben von Orangen – und Zitronenbaeumen. Von nun an gehts nordwaerts und in ein anderes Land, das merkt man, sobald die Grenze passiert wird. Hinter der Grenze faehrt man erstmal lange bis man in das erste Dorf kommt, biegt man ab von der grossen Teerstrasse die einmal durch ganz Namibia fuehrt, faehrt nun weiter auf Schotter – oder Sandstrassen. In der Steppe sieht man ploetzlich Zebras und Springboecke, der Campingplatz ist umgeben von der Weite dieses Landes. Immer weiter tauchen wir in ein Land ein, lernen darueber, treffen Leute, die die Gastfreundlichkeit des afrikanischen Kontinents widerspiegeln. Immer begleitet werden von der Sonne und einem blauen Himmel, nur die Landschaften aendern sich.
Mit dem Fish River Canyon bestaunen wir den zweitgroessten Canyon der Welt und haben Einblick in die Tiefe der verschiedenen Schichten der Erde. Kurz hinter Klein – Aus Vista kann man Wildpferde bestaunen. Die Staerke die sie ausstrahlen ist beeindruckend und man kann sie nur in der Natur finden. Es ist schoen einfach dort zu sitzen und ihnen zuzuschauen wie sie sich an der kuenstlichen Traenke ueber das rare Wasser freuen und dann weiter ziehen, wohin weiss man nicht. Mit den Namib Duenen erfuelle ich mir einen langjaehrigen Traum. Schon immer habe ich mir gewuenscht Sandduenen zu sehen. Was ich sowohl bei Sonnenauf – und untergang sehe, kann man nicht in Worte beschreiben, das muss man selbst erlebt haben. Wie die Wueste erwacht, wenn das Licht kommt und wie sie sich schlafen legt, wenn die Sonne unter geht. Das alles von dem Grat der roten Sossusvleiduenen anzuschauen lohnt sich, denn man ist einfach ueberwaeltigt von der Schoenheit die die Natur zu bieten hat. Wenn man dort oben steht und auf die Duenen um einen herum schaut, fuehlt man sich wie die Koenigin der Welt. Es ist sicher einer der schoensten Orte die ich bisher gesehen habe! Weiter gehts in die Staedte Walvis Bay und Swarkopmund. Vor einem liegt das Meer und im Ruecken die Sandduenen, die letzten Auslaeufer der Wueste. Wer glaubt, dass die Kolonalisierung lange Zeit zurueck liegt und alles vorbei ist, hat sich getaeuscht. Noch heute findet man in Namibia Spuren davon. Eine deutsche Baeckerei hier, eine deutsche Metzgerei dort und immer wieder wird freundlich darauf hingewiesen „wir sprechen deutsch“. Wir vermeiden es deutsch zu sprechen, immerhin sind wir in Afrika.
Es ist schoen danach wieder in die Natur einzutauchen und wir widmen uns nun einem Wahrzeichen Namibias: der Spitzkoppe. So gut es uns dort gefaellt, umso weniger gefaellt es unserem Auto, das kurzerhand in einem vor langer Zeit ausgetrockneten Flussbett nicht mehr weiter fahren will. Der Sand in der Mitte der beiden Fahrrillen ist zu hoch und auch wenn wir das Auto befreien koennen, die Abdeckung des Motors bleibt im Sand stecken. So etwas passiert, mit einem Lachen im Gesicht gehts weiter, was kann man schon gross daran aendern! Am gleichen Abend treffen wir ein Ehepaar, eines von vielen Deutschen, die mit einer Pension in Namibia ihr Glueck versuchen wollen. Wir haben Glueck, sie lassen uns in ihrem Garten schlafen, geben uns etwas von ihrem gegrillten Fleisch ab und weil wir ja nicht ohne Fruehstueck am naechsten Tag weiter fahren koennen, bekommen wir noch eine liebevoll zusammengestellten Fruehstuecksteller. Typisch fuer Afrika. In der Hauptstadt geht es genauso ruhig zu, wie im ganzen Umland. Wir haben die Chance die Arbeit von anderen Freiwilligen unserer Organisation anzuschauen. Sie arbeiten in der dortigen Waldorfschule. Es ist vollkommen anders, aber sicherlich genauso schoen. Wir verbringen insgesamt 5 Tage dort, gehen Kaffee trinken mit einem Reisefuehrer den wir ganz am Anfang kennengelernt haben, wandern in einem Park etwas ausserhalb und geniessen das Leben. Es ist ein ganz anderes Lebensgefuehl als in Kapstadt, doch auch hier kann man sich wohl fuehlen.
Auf dem Weg nach Sueden sieht man noch einmal die malerischen Koecherbaeume mitten in der Steppe stehen, vereinzelte Sprinboecke huschen vorbei und um einen herum ist nichts anderes als die Weite eines Landes.
Im Norden Suedafrikas schlafen wir bei dem Tosen der Augrabifaelle ein.Noch zwei mal schlafen wir inmitten der Orangen – und Zitronenbaeume, dann gehts wieder zurueck.
Als hinter einer Bergkuppe der Tafelberg auftaucht, weiss ich „Ich bin wieder zuhause“. In Baph freuen sich die Kinder, dass wir wieder zurueck sind und rennen mit ausgebreiteten Armen auf einen zu. Das Erste was ich hoere ist, dass ein Kind von uns gestorben ist und ich denke mir, vorbei ist es mit der Traumwelt – willkommen in der Realitaet. Es bleiben noch 5 Monate hier und ich freue mich ueber jede Minute die ich hier verbringen darf.

Montag, 16. Februar 2009

...und endlich war ich da!

Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte. Anstatt also eines langen Berichtes gibts dieses Mal - tut mir Leid für die lange Pause - Bilder von unserer Wanderung ans Kap der Guten Hoffnung zu sehen.
Ausblick aufs Kap während der Wanderung. Auf dem Hügel davor liegen unsere Häuser, bis dahin liegen noch 4 1/2 Stunden Wanderung und 12km vor uns.
Unterwegs kamen wir nicht nur über alle Hügel, sondern auch an schönen Stränden vorbei.
Natur pur: Strauße kreuzen unseren Weg


Unsere Hüttchen.

Aber die Mühen haben sich gelohnt. Der Ausblick von unserer Terasse.


Abendlicher Besucher. Ich stand in der Küche, wollte mir noch eben einen Apfel holen, ich schau durch Zufall durchs Fenster und es rennt ein Pavian ("Baboon") auf die offene Tür zu. Ich habe gerade noch Zeit die Tür zuzuschlagen. Einige Minuten später entdecke ich den Pavian hinter unsere Hütte wie er meinen Rucksack ausräumt.



Seht ihr den spitzen Hügel ganz rechts außen? Ja? Dann wisst ihr von wo wir gelaufen sind.Der wunderschöne Sonnenuntergang. Es war einfach traumhaft dort zu sitzen und einfach die Schönheit der Natur zu genießen!
...und dann kam die Nacht.
Am nächsten Tag, erstes Ziel:
Cape PointTeil unserer Gruppe
unser nächstes Ziel: Kap der guten Hoffnung. Der Strand davor war so verlockend, dass wir die vielen Treppen in Angriff nahmen und dort runtergestiegen sind...untern angekommen mussten wir feststellen, dass das Wasser wie Eiswasser war. Es ist trotzdem einer der schönsten Strände die ich bislang hier gesehen habe!
ohne Worte...