
Da mittlerweile schon mehr als eine Woche in Baphumelele vergangen ist, ist es an der Zeit mich mal zu Wort zu melden.
Der Flug war gut und wie es halt hier in Suedafrika ist, konnte natuerlich nicht alles glatt laufen. Bei der Einreise war es etwas komplizierter, sodass meine Mitfreiwilligen Jakob, Freddie und Johanna etwas warten mussten. Nun gut, war ja nicht weiter schlimm.
Mein neues Zuhause ist relativ klein, aber ziehmlich gemuetlich. Seit Sonntag wohne ich mit Veronika in einem kleinen Zimmer mit Stockbett in dem Flat von den Avivas, den anderen Frewilligen hier in Baph.
Letztes Wochenende sind wir gleich mal nach Kapstadt gefahren und haben die Freiheit genossen, die man hier in Baphumelele nicht wirklich hat. Am Sonntag gings an den Strand mit Sicht nicht nur auf Kapstadt und den Tafelberg, sondern auch auf Wale am Horizont. Wie im Bilderbuch also.
Montag fing dann die Arbeit an. Die meiste Zeit diese Woche arbeitete ich in der Grade R, der Vorschule mit 2 Klassen. Gluecklicherweise sind immer 2 von uns da, sodass wir auf die Klassen aufgeteilt sind. In einer Klasse sind die Juengeren, in der anderen die Aelteren. Ich half nun immer 2 Stunden mit. Es ist nur etwas schwierig, wenn ca. 15 kleine xhosa-sprechende Kinder um dich rumrennen und du natuerlich kaum ihre Sprache sprichst. Aber so langsam wird es und kaum betrete ich den Raum sind die Kinder schon auf mir und um mich herum - so wie ueberall hier in Baphumelele uebrigens. Anfangs war es echt schwierig in der Klasse, vorallem weil ich nicht wusste was tun. Es wurde aber immer besser, vorallem, weil die Lehrerin mich nun auch in Entscheidungen miteinbezieht.
Am Mittwoch hiess es dann frueh aufstehen, weil ich mit einem 1 1/2 Jahre alten Kind ins Krankenhaus gegangen bin. Nach ca. 2 Stunden warten stellte sich heraus, dass der Termin vor einem Jahr war und das irgendwie verpeilt wurde - well thats South Africa.
Gestern war der wohl verrueckteste Tag bislang. Anil, Marie, Veronika, Sim und ich fuhren nach McGregor, einem Waldorfinternat ca. 2 Stunden von hier. Es ist einfach der krasse Gegensatz. Man kann sich dort frei bewegen, die Haeuser haben jeweils genuegend Platz und alles wirkt so friedlich. Ist halt wirklich der komplette Gegensatz zu Khayelitsha, der 4. gefaehrlichsten Gegend der Welt. Auf dem Heimweg speurten wir den Sturm und ein Stein auf der Strasse verursachte einen Platten. Zum Glueck war ein Weingut um die Ecke und so konnte der Reifen gewechstelt werden. Aber als ob das nicht schon genug war, ging unser Benzin dem Ende zu und die ersten Tankstellen die wir anfuhren hatten nicht das Benzin das wir wollten. Nun gut, irgendwo fanden wir dann noch eine und jetzt hatten wir natuerlich Hunger, also raus ausm Auto, Pizza essen mit unserem letzten Geld in der Tasche. Auf der Autobahn merkten wir dann, dass wir kein Geld mehr hatten, um die Maut zu bezahlen, aber ein netter VW Fahrer half uns aus der Patsche, wieder mal Glueck gehabt.
Ich werd mir jetzt mal einen warmen Tee machen, weil hier ist tiefster Winter und der schlimmste Sturm seit 5 Jahren. Morgen werd ich mich um die Medizin hier kuemmern, was wahrscheinlich ab morgen dann mein Arbeitsbereich sein wird.
Machts gut ihr Daheimgebliebenen und schickt mir bei Zeiten mal etwas Sonne.



