Samstag, 30. August 2008

Angekommen


Da mittlerweile schon mehr als eine Woche in Baphumelele vergangen ist, ist es an der Zeit mich mal zu Wort zu melden.


Der Flug war gut und wie es halt hier in Suedafrika ist, konnte natuerlich nicht alles glatt laufen. Bei der Einreise war es etwas komplizierter, sodass meine Mitfreiwilligen Jakob, Freddie und Johanna etwas warten mussten. Nun gut, war ja nicht weiter schlimm.


Mein neues Zuhause ist relativ klein, aber ziehmlich gemuetlich. Seit Sonntag wohne ich mit Veronika in einem kleinen Zimmer mit Stockbett in dem Flat von den Avivas, den anderen Frewilligen hier in Baph.


Letztes Wochenende sind wir gleich mal nach Kapstadt gefahren und haben die Freiheit genossen, die man hier in Baphumelele nicht wirklich hat. Am Sonntag gings an den Strand mit Sicht nicht nur auf Kapstadt und den Tafelberg, sondern auch auf Wale am Horizont. Wie im Bilderbuch also.


Montag fing dann die Arbeit an. Die meiste Zeit diese Woche arbeitete ich in der Grade R, der Vorschule mit 2 Klassen. Gluecklicherweise sind immer 2 von uns da, sodass wir auf die Klassen aufgeteilt sind. In einer Klasse sind die Juengeren, in der anderen die Aelteren. Ich half nun immer 2 Stunden mit. Es ist nur etwas schwierig, wenn ca. 15 kleine xhosa-sprechende Kinder um dich rumrennen und du natuerlich kaum ihre Sprache sprichst. Aber so langsam wird es und kaum betrete ich den Raum sind die Kinder schon auf mir und um mich herum - so wie ueberall hier in Baphumelele uebrigens. Anfangs war es echt schwierig in der Klasse, vorallem weil ich nicht wusste was tun. Es wurde aber immer besser, vorallem, weil die Lehrerin mich nun auch in Entscheidungen miteinbezieht.

Am Mittwoch hiess es dann frueh aufstehen, weil ich mit einem 1 1/2 Jahre alten Kind ins Krankenhaus gegangen bin. Nach ca. 2 Stunden warten stellte sich heraus, dass der Termin vor einem Jahr war und das irgendwie verpeilt wurde - well thats South Africa.

Gestern war der wohl verrueckteste Tag bislang. Anil, Marie, Veronika, Sim und ich fuhren nach McGregor, einem Waldorfinternat ca. 2 Stunden von hier. Es ist einfach der krasse Gegensatz. Man kann sich dort frei bewegen, die Haeuser haben jeweils genuegend Platz und alles wirkt so friedlich. Ist halt wirklich der komplette Gegensatz zu Khayelitsha, der 4. gefaehrlichsten Gegend der Welt. Auf dem Heimweg speurten wir den Sturm und ein Stein auf der Strasse verursachte einen Platten. Zum Glueck war ein Weingut um die Ecke und so konnte der Reifen gewechstelt werden. Aber als ob das nicht schon genug war, ging unser Benzin dem Ende zu und die ersten Tankstellen die wir anfuhren hatten nicht das Benzin das wir wollten. Nun gut, irgendwo fanden wir dann noch eine und jetzt hatten wir natuerlich Hunger, also raus ausm Auto, Pizza essen mit unserem letzten Geld in der Tasche. Auf der Autobahn merkten wir dann, dass wir kein Geld mehr hatten, um die Maut zu bezahlen, aber ein netter VW Fahrer half uns aus der Patsche, wieder mal Glueck gehabt.

Ich werd mir jetzt mal einen warmen Tee machen, weil hier ist tiefster Winter und der schlimmste Sturm seit 5 Jahren. Morgen werd ich mich um die Medizin hier kuemmern, was wahrscheinlich ab morgen dann mein Arbeitsbereich sein wird.

Machts gut ihr Daheimgebliebenen und schickt mir bei Zeiten mal etwas Sonne.

Mittwoch, 20. August 2008

Zwischen Abschied und Ankommen

Nun wird es tatsächlich ernst, noch 2 mal schlafen dann gehts los. Kaum zu glauben, immer lag noch das Zwischenseminar davor, dadurch hatte man Abstand, jetzt liegt es hinter mir und irgendwie überstürzen sich die Ereignisse. Seit Freitag hab ich mein Visum, seit Samtag meinen Flug, der jetzt halt schon um 6:30 Uhr geht...seit gestern liegt das Seminar hinter mir. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicke ich gen Abflug.

Das Seminar war einfach wunderschön, kaum in Worte fassbar und nicht vorstellbar,dass man so viel in 10 Tagen erlebt hat. Ich möchte euch trotzdem einen kleinen Einblick in das Erlebte geben. Wir waren 61 Teilnehmer und (glaub) 7 Teamer. Gearbeitet wurde in sogenannten Länder-Regio-Gruppen und im Plenum. Morgens gab es immer um 9 Uhr ein "Warm-up" mit Spielen und Liedern.

Es gab verschiedene Vorträge, z.B. zu dem Thema "Wer sind die Freunde?", Anthroposophie, Kulur, Verwaltung/Versicherung, Entwicklungszusammenarbeit, Globalisierung,Kinderarbeit, Kommunikation&Wahrnehmung, Phasen des Dienstes, Tropenmedizin.
Manche Themen wurden dann in den Ländergruppen weiter bearbeitet. Ansonsten erarbeitetn wir uns in den Gruppen Themen wie Erwartungen/Befürchtungen an den Freiwilligendienst,Tipps und Tricks zum FWD, "Rucksack packen - was nehme ich mit?", Konflikte und wie man damit umgeht. Spannend war auch zu besprechen wie man von anderen wahrgenommen wird und wie man andere wahr nimmt und dass dies meistens schon nach einer Woche ziehmlich gut stimmt. Am vorletzten Tag haben wir dann noch einen Brief an uns selbst geschrieben, den wir in einem Jahr beim Rückkehrerseminar ausgehändigt bekommen.


Aber auch der Spaß und das direkt Erlebare kam nicht zu kurz. So machten wir am ersten Tag eine Weltreise, verbunden mit einer Ralley, die Einschätzung fremder Kultur durfte anhand der "Insel Albatros" erlebt werden.
Beim Kanu fahren konnte man mal nicht an das Jahr denken und einfach nur die Ruhe genießen oder abends bei einem Bierle konnte man sich entspannt mit wunderbaren Menschen unterhalten. Volleyball und ein Tangoworkshop waren auch dabei....selbste das Essen kam nicht zu kurz: Einmal mussten wir mit Händen essen, ein anderes Mal bekamen wir nur so viel Essen, wie die Menschen in der 3. Welt zu essen bekommen, dies führte dann zu einer Revolte von unserer Seite.


Schön war auch, dass JOHN BLEACH da war. Er ist der Koordinator der Freiwilligen in Südafrika und so konnte er uns zahlreiche Tipps geben rund um Südafrika und unserer Zeit dort. Durch ein "secret friend" Spiel wurde man hin und wieder durch eine kleine Aufmerksamkeit verwöhnt. Durch einen kleinen Sprachtest wurden wir auch den offziellen Richtlinien des BMZ und "weltwärts" gerecht...an unserem zweiten Tag hatten wir eine sogenannte "Hospitation" in verschiedenen waldorfpädagogischen Einrichtungen.





Es war mal wieder erstaunlich zu sehen, dass Menschen einem so schnell ans Herz wachsen können, dass der Abschied keinem wirklich leicht viel. Kaum ein Auge blieb trocken, aber alle habe die Hoffnung, dass man sich beim Rückkehrerseminar wiedersieht.

Wenn das jetzt alles etwas wirr ist, dann weil sich die Ereignisse gerade überstürzen, alles kommt auf einmal und man kann sich dem Sog nicht mehr entziehen.
Jetzt steht noch der Abschied von Freunden und Familie bevor, es wird sicherlich nicht einfach werden, aber gleichzeitig wächst die Vorfreude darauf in Südafrika anzukommen und ein völlig anderes Leben kennen zu lernen, umgeben zu sein von etwas Neuem.


Das nächste mal schreib ich aus Südafrika - bis dahin, machts gut!

Montag, 4. August 2008

...noch 18 Tage bis zum Abflug

Langsam wird die Zeit knapp. Nur noch 4 Tage bleiben mir in Reutlingen um den größten Teil zu organisieren, dazu gehört natürlich auch alles Nötige einzukaufen. Am Sonntag werde ich dann noch für 9 Tage in die Nähe von Kassel fahren, bevor ich dann am 22.August um 13:27 Uhr in Stuttgart abheb. Zusammen mit anderen Freiwilligen werden wir uns in Bad Karlshafen in einer Jugendherberge mit der Situation und allen wichtigen Grundkenntnissen befassen. Jeder wird einen Kurzvortrag halten über ein selbst gewähltes Thema. Ich werde mich mit dem Motto Südafrikas auseinandersetzten "Unity in Diversity". Sobald ich die schriftliche Zusammenfassung habe, werde ich sie hier reinstellen.
Irgendwie passiert gerade alles wie in Trance. Man macht alles, realisiert es aber teilweise gar nicht wirklich, dass man für 12 Monate nun auf die andre Seite der Welt fliegt. Unter die Vorfreude mischt sich auch langsam ein kritisches Gefühl. Es ist gar nicht so einfach alles zurück zu lassen, vorallem wenn man nicht genau weiss, was einen erwartet. In letzter Zeit habe ich von ein paar Leuten erfahren, die sich auch für eine bestimmte Zeit in Südafrika aufhalten, das ist natürlich schön, so kommt man zu zahlreichen Urlaubsplänen, die ich wahrscheinlich nicht alle in die Tat umsetzten kann ;-).
Mit den Impfungen bin ich mittlerweile durch, ich werde nur noch eine Typhusimpfung einnehmen, aber das wars dann. Das Visum habe ich vor ca. 2 Wochen beantragt und warte immernoch. Na ja die Hoffnung stirbt zuletzt. Mein Spenderkreis wächst immernoch, doch ein kleiner Teil fehlt leider noch immer. Trotzdem schon einmal ein riesiges Dankeschön an alle Unterstützer davon!!

Dann drückt mir mal die Daumen für die nächsten Tage, schreibt Anregungen oder kleine Erinnerungen als Kommentar, da ich momentan auch gerne mal das ein oder andere vergesse - falls es dich betrifft, entschuldige ich mich schon mal.