Mittwoch, 20. August 2008

Zwischen Abschied und Ankommen

Nun wird es tatsächlich ernst, noch 2 mal schlafen dann gehts los. Kaum zu glauben, immer lag noch das Zwischenseminar davor, dadurch hatte man Abstand, jetzt liegt es hinter mir und irgendwie überstürzen sich die Ereignisse. Seit Freitag hab ich mein Visum, seit Samtag meinen Flug, der jetzt halt schon um 6:30 Uhr geht...seit gestern liegt das Seminar hinter mir. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicke ich gen Abflug.

Das Seminar war einfach wunderschön, kaum in Worte fassbar und nicht vorstellbar,dass man so viel in 10 Tagen erlebt hat. Ich möchte euch trotzdem einen kleinen Einblick in das Erlebte geben. Wir waren 61 Teilnehmer und (glaub) 7 Teamer. Gearbeitet wurde in sogenannten Länder-Regio-Gruppen und im Plenum. Morgens gab es immer um 9 Uhr ein "Warm-up" mit Spielen und Liedern.

Es gab verschiedene Vorträge, z.B. zu dem Thema "Wer sind die Freunde?", Anthroposophie, Kulur, Verwaltung/Versicherung, Entwicklungszusammenarbeit, Globalisierung,Kinderarbeit, Kommunikation&Wahrnehmung, Phasen des Dienstes, Tropenmedizin.
Manche Themen wurden dann in den Ländergruppen weiter bearbeitet. Ansonsten erarbeitetn wir uns in den Gruppen Themen wie Erwartungen/Befürchtungen an den Freiwilligendienst,Tipps und Tricks zum FWD, "Rucksack packen - was nehme ich mit?", Konflikte und wie man damit umgeht. Spannend war auch zu besprechen wie man von anderen wahrgenommen wird und wie man andere wahr nimmt und dass dies meistens schon nach einer Woche ziehmlich gut stimmt. Am vorletzten Tag haben wir dann noch einen Brief an uns selbst geschrieben, den wir in einem Jahr beim Rückkehrerseminar ausgehändigt bekommen.


Aber auch der Spaß und das direkt Erlebare kam nicht zu kurz. So machten wir am ersten Tag eine Weltreise, verbunden mit einer Ralley, die Einschätzung fremder Kultur durfte anhand der "Insel Albatros" erlebt werden.
Beim Kanu fahren konnte man mal nicht an das Jahr denken und einfach nur die Ruhe genießen oder abends bei einem Bierle konnte man sich entspannt mit wunderbaren Menschen unterhalten. Volleyball und ein Tangoworkshop waren auch dabei....selbste das Essen kam nicht zu kurz: Einmal mussten wir mit Händen essen, ein anderes Mal bekamen wir nur so viel Essen, wie die Menschen in der 3. Welt zu essen bekommen, dies führte dann zu einer Revolte von unserer Seite.


Schön war auch, dass JOHN BLEACH da war. Er ist der Koordinator der Freiwilligen in Südafrika und so konnte er uns zahlreiche Tipps geben rund um Südafrika und unserer Zeit dort. Durch ein "secret friend" Spiel wurde man hin und wieder durch eine kleine Aufmerksamkeit verwöhnt. Durch einen kleinen Sprachtest wurden wir auch den offziellen Richtlinien des BMZ und "weltwärts" gerecht...an unserem zweiten Tag hatten wir eine sogenannte "Hospitation" in verschiedenen waldorfpädagogischen Einrichtungen.





Es war mal wieder erstaunlich zu sehen, dass Menschen einem so schnell ans Herz wachsen können, dass der Abschied keinem wirklich leicht viel. Kaum ein Auge blieb trocken, aber alle habe die Hoffnung, dass man sich beim Rückkehrerseminar wiedersieht.

Wenn das jetzt alles etwas wirr ist, dann weil sich die Ereignisse gerade überstürzen, alles kommt auf einmal und man kann sich dem Sog nicht mehr entziehen.
Jetzt steht noch der Abschied von Freunden und Familie bevor, es wird sicherlich nicht einfach werden, aber gleichzeitig wächst die Vorfreude darauf in Südafrika anzukommen und ein völlig anderes Leben kennen zu lernen, umgeben zu sein von etwas Neuem.


Das nächste mal schreib ich aus Südafrika - bis dahin, machts gut!

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